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Wie wird der Wasserhaushalt beim Sport und bei Hitze reguliert:


Mensch und Wasser


Wie viel Flüssigkeit zirkuliert in 24 Stunden durch die Nieren, wie viel durch das Gehirn? Es sind Unmengen. Allein in den Nieren erhalten und regulieren, durch dauernde Wasserabgabe und Wasserresorption, etwa 2.000 Liter das osmotische Gleichgewicht des Organismus und den Stoffwechsel des Blutes. Aber auch das Gehirn wird täglich mit 1.400 Liter versorgt. Überhaupt, jede chemische Reaktion in unserem Organismus findet im Umfeld von Wasser statt. Der menschliche Körper ist nämlich ein gigantisches Wasserwerk - das genialste sowieso.

Wasser ist eben nicht nur ein lebenswichtiger Bestandteil des Menschen, es erfüllt auch viele Funktionen. Es ermöglicht den Zellstoffwechsel, fördert die Entschlackung, transportiert Nährstoffe, Mineralien, Vitamine, Hormone, beseitigt Abbauprodukte aus dem Stoffwechsel und reguliert die Körpertemperatur über zwei bis drei Millionen Schweißdrüsen.

Was nun und wie und wann soll der Mensch trinken? Etwa Leitungs-, Tafel- oder wo möglich Quellwasser? Oder vielleicht besser Mineral- und Heilwasser? Die Auswahl ist groß, die Unterschiede klein, der Absatz - 9.600 Millionen Liter oder 167 Liter pro Kopf 2003 in Deutschland - ein gutes Geschäft. So kann der Verbraucher unter  650 Mineral- und 70 Heilwassern aus deutschen Brunnen - einmalig in der Welt - neben mehreren Quell- und Tafelwassern wählen.

Das „richtige" Getränk im Sport und bei Hitzearbeit sollte den Durst löschen, aber auch das beim Schwitzen verlorene Wasser und Salz ersetzen. Bei nur einer Stunde Belastung genügt Leitungs- oder Mineralwasser. Nicht jedoch bei längerer und intensiverer Betätigung oder großer Hitze, da wir Schweiß nie als „reines" Wasser verlieren, sondern auch darin gelöste Mineralstoffe wie Natrium, Chlorid, Kalium, Magnesium, Kalzium und Spurenelemente. 

Das ideale Getränk für alle Sportarten und Belastungssituationen gibt es aber nicht, da der menschliche Schweiß in seiner Menge und der Art der ausgeschiedenen Mineralstoffe abhängig ist von Sportart, Belastung, Dauer, Klima, Fitness und individuellen Schwankungen. Das „Forum Sporternährung" empfiehlt 30 bis 40g Kohlehydrate neben 400 bis 1.100 mg Natrium pro Liter, da die Flüssigkeitsaufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt dadurch beschleunigt und der Wasserverbleib und die Elektrolytbilanz günstig beeinflusst wird. 

Und wie unterscheiden sich die aus unterirdischen Wasservorkommen stammenden Getränke und was bringen sie für die Gesundheit und das Wohlbefinden? Natürliches
Mineralwasser muss an Ort und Stelle abgefüllt werden und von ursprünglicher Reinheit sein. Erlaubt sind lediglich aus optischen und geschmacklichen Gründen der Entzug von Eisen und Schwefel, sowie der Entzug oder Zusatz von Kohlensäure. Mineralwasser enthält je nach Quelle unterschiedliche Mengen an Mineralstoffen und Spurenelementen, die aber keine signifikante Auswirkung auf die Gesundheit haben. Dafür ist Mineralwasser ein hervorragender Durstlöscher und wegen des frischen Geschmackes sehr beliebt. Mineralwasser-Trinker sollten aber kohlensäurearme Getränke bevorzugen, da im Magen Kohlendioxid-Gas gebildet wird, das den Magen füllt und die Flüssigkeitsaufnahme behindert.

Quellwasser benötigt keine amtliche Anerkennung und hat in seiner Zusammensetzung allen Kriterien, die für Trinkwasser vorgeschrieben sind, zu genügen. Das gilt auch für Tafelwasser, das meist aus Trinkwasser und Zutaten wie Meerwasser, Sole, Mineralstoffe und Kohlensäure hergestellt wird. Bleibt noch natürliches Heilwasser, das durch Mineralstoffe und Spurenelemente heilende, lindernde und vorbeugende Wirksamkeit besitzt, die auch wissenschaftlich nachgewiesen und durch die amtliche Zulassung bestätigt ist.

Das
Leitungswasser, das durch die Trinkwasserverordnung sogar einer strengeren Qualitätskontrolle als Mineralwasser unterliegt, steht aber in vielen Orten Deutschlands den Mineralwässern kaum nach und hat oft eine Zusammensetzung, die der eines Mineralwassers ohne Kohlensäure entspricht (z.B. in München).

Übrigens, eine beträchtliche Menge, etwa einen Liter Flüssigkeit täglich, nehmen wir mit der festen Nahrung ( siehe Nahrungstabelle ) auf. Wer also wenig isst, muss mehr trinken, um alle Wasserverluste auszugleichen.

                                     Dr. rer. nat. Eberhard Pino Müller **

** Der Autor hat Pharmazie, Pharmakologie und Lebensmittelchemie studiert und in Chemie promoviert.

publiziert: März 2004 Süddeutsche Zeitung „wohlfühlen"             


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