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Warum kommt der Anti-Dopingkampf nicht wirklich voran? Was wird falsch gemacht?

Aussagen und Ideen von führenden Repräsentanten aus Sport, Medizin und Politik 

…. Doug Logan. Der Vorstandsvorsitzende des amerikanischen Leichtathletikverbandes (USATF) plädiert für lebenslange Sperren bei erstmaligem Doping, weil Doping in der Leichtathletik nach wie vor monumentale Ausmaße habe. Wenn die Zuschauer nicht glauben können, was sie im Stadion sehen, sei das kein Sport, sondern Spektakel.
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Helmut Pabst. Der Sportarzt und Dopingkontrolleur meint, die Zeiten von Michael Phelps, der in Peking im Schwimmen sechsmal Olympia-Gold holte, seien allein durch Training nicht erklärbar.
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Winfried Hermann. Der sportpolitische Sprecher Bündnis90/Die Grünen im Bundestag vermisst in Deutschland ein wirkungsvolles Anti-Dopinggesetz, das den Sportbetrug unter Strafe stellt.
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Beate Merk. Die bayrische Justizministerin bemängelt, der Staat könne mit dem novellierten Arzneimittelgesetz nicht systematisch gegen dopende Sportler vorgehen und nicht gegen diejenigen gezielt ermitteln, die unfair in einen Wettkampf gehen.
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Perikles Simon. Der Sportmediziner der Universität in Mainz fordert die Bundesregierung auf, die Gesundheit der Sportler durch effektivere Dopingbekämpfung zu schützen. In Anbetracht dessen, was gerade im Spitzensport läuft, nehme das Bundesinnenministerium seine Verantwortung nicht ausreichend wahr. 
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Peter Danckert. Der Jurist und SPD-Bundestagabgeordnete wirft den Sportfunktionären und Sportpolitikern in seinem Buch „Kraftmaschine Parlament" vor, sie seien in abgestuften Varianten schuld daran, dass die Durchdringung des Spitzensports mit betrügerischen pharmazeutischen Manipulationen nicht schneller eingedämmt werde.
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Richard Pound. Der IOC-Funktionär und Ex-Präsident der Wada plädiert für eine enge Zusammenarbeit mit der Polizei und Staatsanwaltschaft. Er gesteht ein Versagen des IOC in China ein, weil man zu wenige Waffen gegen das Dopingsystem mit seinen mafiosen Strukturen habe.
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Thomas Bach. Der IOC-Vizepräsident und Chef des Deutschen Olympischen Sportbundes ist gegen ein Anti-Dopinggesetz, weil der Athlet nicht kriminalisiert werden darf. Er missachtet die Tatsache, dass  faire Sportler mit einem Anti-Dopinggesetz geschützt und nur die dopenden Athleten als Betrüger kriminalisiert werden.
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Rasmus Damsgaard. Der dänische Anti-Dopingexperte kritisiert, dass ein Labor fünf verdächtige B-Proben von Athleten der Skiweltmeisterschaft fahrlässig vernichtet hat und dadurch die Möglichkeit verpasst wurde, den indirekten Beweis von Blutdoping gerichtfest zu machen.
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Eufemiano Fuentes. Bis heute ist die Operation Puerto, der Fall des spanischen Arztes Fuentes, nicht abgehandelt. Von hundert Namen hat man nur ein paar wenige (Ullrich, Basso, Jaksche…) aufgegriffen.
Neben den Radprofis sollen auch andere Sportarten in den Dopingfall verwickelt sein.






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Nächtliche Kontrollen. In Spanien wurden vom Gesetzgeber Dopingkontrollen für in- und ausländische Athleten zwischen 23:00 und 8:00 Uhr verboten. Damit wird eine wichtige Bestimmung der Wada im Kampf gegen Doping unterlaufen.
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Lex Fußball. Die von der Wada für alle Sportarten geltende Meldepflicht wurde für die Kicker auf Druck des mächtigen Welt-Fußballverbandes Fifa modifiziert.
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Klaus Riegert. Der CDU-Abgeordnete ist besorgt, die Wada könne mit seinem neuen Management hinter den Punkt zurückfallen, an dem die Dopingbekämpfung unglaubwürdig wird.   
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Hassan Moustafan. Vor Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften wurden keine Trainingskontrollen von der Internationalen Handball Federation (IHF) gemacht, weil ihr Präsident angeblich dafür kein Geld ausgeben wollte.
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Victor Conte. Der Amerikaner, der Spitzensportler mit nicht nachweisbaren Designerdrogen versorgt hatte (Balco-Skandal), erzählt Richard Pound interessante, wichtige Details über einen Dopingring zu jamaikanische Leichtathleten. Pound informiert den Wada-Generaldirektor David Howman noch vor den Olympischen Spielen in Peking, weil er glaubte, die Wada könne sofort handeln und einen Dopingring sprengen (Fehlanzeige!).
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Peter Danckert. Der Vorsitzende des Sportausschuss beklagt, der Etat der Wada von 25 Millionen Dollar sei ein Skandal. Wenn das IOC mit zehn Millionen Dollar und die Mitgliedstaaten mit 15 Millionen nicht bereit seien, ein Vielfaches mehr zu geben, werde der Kampf gegen Doping nie und nimmer erfolgreich sein.
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Perikles Simon. Der Sportmediziner und Molekularbiologe wirft der medizinischen Kommission der Nationalen Anti-Dopingagentur (Nada) vor, sie blockiere die Freigabe von Fördergeld für ein Nachweisverfahren für Eigenblutdoping an der Universität Bayreuth und Forschungsmittel aus der Industrie für sein Projekt, ein Nachweisverfahren für Gen-Doping durch Gen-Transfer. Die Anti-Dopingforschung in Deutschland sei Kreisklasse.
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Jürgen Perl. Der Informatiker der Mainzer Universität hat eine spezielle, auf dem Ruhepuls und der Trainingsintensität basierende Methode entwickelt, um Sportler des Dopingmissbrauchs zu überführen. Für Wilhelm Schänzer, Chef des Kölner Anti-Dopinglabors, eine sehr interessante Entwicklung. Die Nada dagegen ist daran unverständlicherweise nicht interessiert.
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Werner Franke. Der Heidelberger Zellbiologe sagt, Doping sei Beihilfe zu Körperverletzung, also ein kriminelles Vergehen, was der Bundesgerichtshof in einer Entscheidung auch so gesehen hat.
Lee Sweeney. Er konnte durch Gen-Manipulation die Muskelmasse bei Mäusen um bis zu 27 Prozent vergrößern. Jetzt kommen laufend Anfragen von Sportlern, die wollen, dass der Wissenschaftler der Universität Pennsylvania das gleiche mit ihnen macht.
 
aufgezeichnet von Eberhard Pino Mueller

publiziert:  August 2009

Kopie an: IOC-Präsident Jaques Rogge,  DOSB-Präsident Thomas Bach,  WADA,  NADA,  VDS,  AIPS,  die Mitglieder des Sportausschusses des Deutschen Bundestages, die Senatoren für Inneres und Sport (Innenministerkonferenz)

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