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Auszug aus:  Sport - sueddeutsche.de / 24.05.2011    --  Fall Lance Armstrong ...

Tyler Hamiltons Enthüllungen stützen den Verdacht, dass ein IOC-Labor und der Weltradsportverband im Jahr 2001 einen Epo-Test von Lance Armstrong vertuschten.


…..nun steht die Glaubwürdigkeit sämtlicher Protagonisten eines Systems zur Disposition, wenn angeblich selbst renommierte Kontrolleure im weißen Kittel kooperieren beim Betrug mit verbotenen Substanzen und Praktiken.

Die eine Nachricht, die Armstrongs früherer Teamkollege Tyler Hamilton am Sonntagabend zur besten Fernsehzeit im US-Sender CBS mit zum Teil brüchiger Stimme unter das Publikum brachte, war in Grundzügen bereits vorab publik geworden und überrascht kundige Beobachter nicht mehr: Ja, auch er habe seinen früheren Teamkapitän gesehen, wie er Epo nahm, wie er verbotene Bluttransfusionen erhielt, zudem habe ihm Armstrong in Notfällen Epo per Post zugeschickt.

Ähnliche Dinge hatte der einstige Gefährte Floyd Landis behauptet, dessen Aussagen im Vorjahr die akribischen Ermittlungen von US-Fahnder Jeff Novitzky ausgelöst hatten. Landis hatte auch von einem vertuschten Positivtest Armstrongs auf Epo von der Tour de Suisse 2001 berichtet. Das tat Hamilton, 40, nun ebenfalls, aber seine Aussage - dies ist die andere Nachricht - ergänzte CBS um eine Ungeheuerlichkeit: Ein Schweizer Laborchef habe vor Ermittlern bestätigt, dass man eine von der Tour de Suisse 2001 stammende Probe des Texaners in der Tat "verdächtig" und als "mit dem Gebrauch von Epo übereinstimmend" beurteilt habe; eine schriftliche Einschätzung aus der Schweiz erhielt der Sender von der amerikanischen Antidopingbehörde Usada. Der Laborchef habe vor der amerikanischen Bundespolizei FBI auch eidesstattlich erklärt, der in der Schweiz ansässige Radsportweltverband UCI habe dem eidgenössischen Institut seinerzeit nahegelegt, den verdächtigen Fall des Tour-Champions nicht weiter zu verfolgen. Stattdessen habe ein UCI-Repräsentant ein Treffen des Laborchefs arrangiert - mit Armstrong und Bruyneel. Tyler Hamilton äußerte in dem insgesamt spektakulären TV-Interview, "Lance selbst" habe ihm von seinem Epo-Fall berichtet. "Aber er war total entspannt, er erzählte es nebenbei und beruhigte mich, er lachte sogar darüber. Denn Lance' Leute und die andere Seite, der Dachverband" hätten die Sache per Deal geregelt.

Diese Version hatte auch Landis abgegeben und dabei den damaligen UCI-Präsidenten Hein Verbruggen angegriffen….

Im August 2013…

Es ist jetzt eindeutig offenkundig, dass Lance Armstrong mit seiner Scheinheiligkeit nicht mehr weiter kommt und ein Betrüger ist, woran es ja eigentlich schon lange keine Zweifel mehr geben konnte. Nun wird Lance Armstrong selbst von Jahn Fahey, dem Chef der Welt-Anti-Doping-Agentur, „Dopingbetrüger" genannt, obwohl Armstrong kein Doping-Geständnis abgelegt hat. Die Doping-Beweise gegen Armstrong sind aber so erdrückend, dass er  einem Gerichtsverfahren der amerikanischen Anti-Doping-Agentur USADA aus dem Weg gehen musste, damit nicht alle seine üblen Machenschaften offen gelegt werden konnten. Nie und nimmer hätte Armstrong beigegeben, wenn er nur die geringste Chance auf einen Freispruch gehabt hätte.

Im Oktober 2013…
Die Urteilsbegründung der US-Antidopingagentur USADA zum Fall Lance Armstrong und dessen lebenslange Sperre wegen Dopings:   US Postal, das langjährige Profi-Radteam Armstrongs, habe das „ausgeklügelste, professionellste und erfolgreichste Doping-Programm betrieben, das der Sport jemals gesehen hat."

Im April 2014...
Nach einem Bericht der amerikanischen Zeitung „USA Today" hat der jahrelange Heuchler Lance Armstrong endlich in einem Zivilgerichtsverfahren ein umfassendes Geständnis über seine Doping-Vergangenheit unter Eid abgelegt und auch namentlich seine früheren Helfer genannt.

Endlich weiß die Welt aus Lance Armstrongs Mund, was für ein Betrüger er immer war!!!!


                                                                   
Eberhard Pino Mueller

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