ZURÜCK ZUR HOMEPAGE



Halle - Gerry Weber Open 2014

Wohlfühloase auf der Tennistour


Schon einmal die Namen Myla Rose und Charlene Riva gehört? Oder vielleicht Leo und Lenny? Wie auch immer, es sind die wunderschönen Namen der Zwillingspärchen von Roger Federer. Und weil der Schweizer Superstar seine ganze Familie immer um sich herum haben will, hat er seine Kinder auch mit zu den Gerry Weber Open, dem Tennisturnier in Halle, mitgebracht. Im Privatjet zusammen mit Ehefrau, Kindermädchen, Betreuern und Freunden. Im Gerry Weber Sporthotel, direkt neben dem Tennisstadion, hatten Sie für ihn und seinen Clan acht Luxuszimmern reserviert - standesgemäß eben.

Auch alle anderen Spieler wohnen im gleichen Vier-Sterne-Sport-Hotel. Eine feine Sache, was es sonst bei Turnieren so nicht gibt. Denn es ist nur ein Katzensprung zum Stadion, zu den Trainingsplätzen, einem 1100 Quadratmeter großen Wellness-Bereich und einem riesigen Sportpark. Der ATP-Europa-Direktor Laurent Delanney war beeindruckt: „Die Infrastruktur hier ist einmalig und begeistert die Spieler."

Auf der Anlage ist während des Turniers auch sonst noch richtig was los, mit Unterhaltung auf der Showbühne durch Stars aus dem Showbizz. In diesem Jahr mit Musikeinlagen von Stars wie Milow, Christina Stürmer, Tim Bendzko, Marion Roudette und Rea Garvey. „Wir machen ein tägliches Show-Programm", so der Turnierdirektor Ralf Weber, „auf das jede Konzerthalle stolz wäre. Alles zusammen ist das Ambiente, welches den besonderen Flair der Gerry Weber Open ausmacht."

Wahrlich - das Tennisturnier in Halle ist das Turnier der Turniere in Deutschland. „Man hat schon jedes Mal eine große Vorfreude", schwärmte Philipp Kohlschreiber, „wenn das Turnier in Halle ansteht." Es stimme hier alles. „Man kann sich schnell im Hotel oder auf die Terrasse zurückziehen, hat da seine Komfortzone, zugleich aber auch, wer will, den Trubel mit dem ganzen Drumherum."

Philipp Kohlschreiber brachte deshalb auch seine Freundin Lena, deren Bruder Niklas und Freund Roman mit. Die Kumpel sind seine Spielgefährten bei Badminton und Squash im Sportpark und beim Golfen auf dem, nur wenige Minuten von der Anlage entfernten, Golfplatz, der, wie könnte es anders sein, auch zum Gerry Weber Imperium gehört. Eine schöne Abwechslung auch für andere golfverrückte Cracks, um sich die Zeit neben Tennis ein bisschen zu vertreiben. 

Natürlich kommen die Tennisprofis wegen der Gerry Weber Open. Sie kommen sogar besonders gern, weil sie sich hier richtig wohl fühlen und verwöhnt werden. Und sie kommen, wie Federer, oft mit Anhang. Doppelspieler Christopher Kas mit Freundin und Tochter. Benjamin Becker, Ivo Karlovic, Michael Chang, der Coach von Kei Nishikori, mit Frau und Kindern. Der Russe Gabashvili neben der Familie noch mit einem Hund. Und Martin Emmrich, Jan-Lennard Struff und Dustin Brown mit ihren Freundinnen.

„Die deutschen Spieler", so der Turnierdirektor Ralf Weber, „fühlen sich hier mit Familie wie zu Hause und holen deshalb ein paar Prozent mehr heraus als sonst, und die brauchen sie, um Top-Spieler zu schlagen." Wie der Rasta-Mann Dustin Brown mit Rang 85, der den French-Open-Champion Rafael Nadal, die










Nummer Eins der Welt, mit Traumschlägen raz faz entzauberte oder Peter „Gojo" Gojowczyk mit Rang 120, der den Top-Zehn-Spieler Milos Raonic schnell mal abservierte. Für die Wild Card-Starter kam aber im Viertelfinale das Aus. Gojo, nach zwei im Tie-Break verlorenen Sätzen, gegen den späteren Finalisten Alejandro Falla, und Dustin Brown gegen Philipp Kohlschreiber, nach fünf vergebenen Matchbällen in einem unvergesslichen Tiebreak-Krimi, bevor Kohlschreiber seinen achten Matchball verwandeln konnte.

Ein Highlight der Gerry Weber Open ist die Players Party im Tanztempel „Elephant Club" in Bielefeld. Und weil da richtig was abgeht, kommen immer viele Profis. Auch Rafael Nadal mischte sich unter die 500 Party-Gäste. „Es ist für die Spieler doch eine Gelegenheit, einmal den Stress des Wettkampfes zu vergessen", meinte Ralf Weber.

Wahrlich, es wird bei den Gerry Weber Open alles getan, den Spielern das Leben so angenehm wie möglich zu machen. Neben dem üblichen Essen in der Players Lounge bekommen sie Gutscheine, um im Hotel oder auf dem Zimmer oder, wie die VIPs, im Event-Center besondere Köstlichkeiten zu genießen. Sie können sich auch zum VIP-Shopping - mit zwanzig Prozent Rabatt - in das Gerry-Weber-Outlet in Steinhagen fahren lassen. Und als Frau Federer und Frau Chang mit ihren Kindern in den Zoo nach Osnabrück wollten, wurde das selbstverständlich sofort organisiert, genau so wie für Rafael Nadal und seine Leute ein Nachtessen im Bielefelder „Argentina-Steakhouse".

Das Leben auf der Tennis-Tour, in Hotels, auf Flughäfen und Umkleideräumen ist sonst ja oft nicht das Wahre, weshalb der ATP-World-Tour-Präsident Chris Kermode nach einem Rundgang meinte: „Ich kann verstehen, warum die Spieler dieses Turnier als Oase bezeichnen."

Roger Federer hat das schon vor Jahren erkannt und sich mit einem Lifetime Contract an die Gerry Weber Open gebunden. Eine sehr gute Entscheidung des inzwischen vierfachen Familienvaters, der hier „ein echtes Turnier im Grünen, auf dem Land und ideal für die Familie" vorfindet und zusammen mit den anderen Tennisprofis wie in einem Ferienhotel lebt.

Dennoch - beim Turnier hängt der Rasen-König sich immer voll rein. „Ein bisschen mitspielen, reicht mir nicht", sagt Federer. Hinzu kommt bei ihm noch: „Ich liebe dieses Turnier einfach, es gibt mir besondere Kraft."

Ach ja - und wer wohl bekam einmal mehr den Siegerpokal? Natürlich Roger Federer, der diesmal seinen siebten Titel bei den Gerry Weber Open und seinen vierzehnten auf Rasen zusammen mit Myla Rose, Charlene Riva, Leo, Lenny sowie Ehefrau Mirka fast wie zu Hause feiern konnte.

                                      Eberhard Pino Mueller

publiziert:  Juli 2014  --   DTZ  Deutsche Tennis Zeitung

                                         TAKEOFF-PRESS

nächster Beitrag

zurück