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Mordsmäßig
- 484 805 Zuschauer - 142 000 Erdbeerportionen mit Rahm - 12 000 Bananen für die Spieler - 54 000 nagelneue Slazenger-Bälle - 25 000 Wimbledon-Handtücher verkauft - 16 900 Zuschauer vor der Glotze beim Finale im Vereinigten Königreich, die meisten seit dem Borg-McEnroe-Finale 1980.

Regnerisch - An neun von dreizehn Tagen musste das Centre-Court-Dach zumindest vorübergehend geschlossen werden - Wimbledon-Wetter eben.

Sensationell - der Coup von Lukas Rosol. Der Tscheche, der nicht einmal die erste Runde der Quali bei seinen letzten fünf Versuchen in Wimbledon überstanden hatte, servierte den elfmaligen Grand-Slam-Champion Rafael Nadal ab. Kaum vorstellbar.

Schnurstracks - Sieben Sekunden benötigte Sara Erani, um ohne Ballberührung nach einem Doppelfehler von Anne Keothavong als Siegerin in die dritte Runde einzuziehen - das Spiel war bei Matchball am Tag zuvor wegen Regen abgebrochen worden.

Stinknormal - John Isner, der das „Spiel der Spiele", wie es heißt, in Wimbledon vor zwei Jahren „fabriziert" hatte, verlor in Runde eins gegen Alejandro Falla, der dem Aufschlagriesen richtig Paroli bot und nicht zuließ, dass das Match wieder zu einer „unendlichen" Geschichte über 11:05 Stunden werden konnte (siehe www.takeoff-press.de  „Legendäres Match, Supershow oder was?").

Ungewöhnlich - Zum ersten Mal in der Geschichte wurde der Luftraum über Wimbledon teilweise gesperrt. Aus Angst vor Terroristen. Man wollte kein Risiko vor den Olympischen Spielen eingehen.

Unverdrießlich - Die Thailänderin Tamarine Tanasugarn hat schon bei 59 Grand-Slam-Turnieren gespielt. 2008 war sie im Viertelfinale von Wimbledon - übrigens das einzig Mal in den letzten zwanzig Turnieren, dass sie die zweite Runde überstand hat.

Wunder-wunderbar - Da setzte der Brite Nick Newlife im Jahr 2003, nachdem Federer zum ersten Mal in Wimbledon triumphiert hatte, 1 520 Pfund darauf, dass der Schweizer mindestens sieben Titel holen wird. Vor drei Jahren starb der gute Mann, der sein ganzes Vermögen der Hilfsorganisation Oxfam vermacht hatte. Und jetzt kriegt Oxfam 100 000 Pfund (124 000 Euro), weil der Zocker richtig lag, und Federer, übrigens wie Sampras, dieses Mal seinen siebten Titel einsackte. Genial. 

                           
Eberhard Pino Mueller

publiziert: August 2012 - DTZ Deutsche Tennis Zeitung







Wimbledon 2012

The All-England Lawn Tennis Championships

Tennis, Tennis, Tennis, die Kerber-Show & vieles mehr.


Absonderlich - Prinz Charles (63) kam nach 42 Jahren wieder einmal zu den Championships. Der Polo-Liebhaber hat normalerweise nichts für Wimbledon, eine Institution Großbritanniens mit Kultstatus, übrig. Der Champion übrigens bekam  damals 3 000 und heute 1,15 Millionen  englische Pfund.

Bärenstark - 98 Asse feuerte Philipp Kohlschreiber ab, die meisten von allen 310 Tennisprofis. Die schnellsten Aufschläge bei den Damen schafften Sabine Lisicki und Serena Williams mit 193 Stundenkilometer. Na bitte!

Cool - Wimbledon startete mit eigenem Online-TV, um junge Internet-Fans mit Live-Übertragungen zu erreichen. Mehr als eine Million klickten Live@Wimbledon in England und USA an  - gleich ein voller Erfolg.

Episch - Marin Cilic und Sam Querray haben sich's richtig gegeben. Fünf Sätze lang, über fünfeinhalb Stunden - das zweitlängste Match der Championships seit 1877.

Gequält - Andy Murray - für die Engländer „the brit", wenn er gewinnt, und „the scot", wenn er verliert - spielte und spielte bis ins Finale, was einem Briten vor 74 Jahren zum letzten Mal gelang. Roger Federer hat ihn da gestoppt. Und so stand Andy Murray bei der Siegerehrung wie ein Häufchen Elend, enttäuscht und heulend herum.

Happig - Ein Tennisfan blechte 25 000 englische Pfund für ein Centre-Court-Ticket und nur, weil er beim Finale Andy Murray gegen Roger Federer dabei sein wollte.   

Historisch - Mit einer Wildcard fertigte Yaroslava Shvedova die an zehn gesetzte Italienerin Sara Erani im ersten Satz in 15 Minuten ab. Sie gewann 24 Punkte hintereinander, ohne einen Fehler zu machen, und holte den ersten „Golden Set" in 44 Jahren Profitennis. Imponierend.

Hitchcockspannend - Angelique Kerber gegen Sabine Lisicki. Nach 74 Minuten versiebt Kerber zwei Matchbälle. Nur das halbe Match. Lisicki ist plötzlich am Drücker und bei 5:3 Führung im dritten Satz dem Sieg nahe, doch Kerber schnappt ihr den Sprung ins Halbfinale noch weg. Übrigens, erstmals wieder zwei deutsche Spielerinnen in Wimbledon im Viertelfinale seit 25 Jahren (1987: Steffi Graf gegen Claudia Kohde-Kilsch).   

Klotzig - Wimbledon macht jährlich mehr als 35 Millionen englische Pfund Gewinn, die an den englischen Tennisverband gehen. Einen britischen Champion konnten die Engländer seit Fred Perry vor nunmehr 78 Jahren jedoch nicht mehr bejubeln.








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