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US OPEN 2014

Zahlenspiele


Wo gibt es so etwas? Mehr als 700 000 Zuschauer bei einem Tennisturnier. Ein Mega-Tennisstadion, wo man von den obersten Rängen ein Fernglas braucht, um die Spieler richtig zu sehen. Ein Tennisturnier mit Einnahmen von etwa 250 Millionen Dollar, in einer Stadt, wo die Besucher weitere 700 Millionen Dollar liegen lassen. Logen-Tickets für das Herrenfinale für bis zu 9.902,50 Dollar von der offiziellen Kartenstelle des Turniers. Fast hundert Millionen Dollar Einnahmen beim Verkauf von Eintrittskarten. Eine Center-Court-Box, die nicht für eine Luxus-Villa getauscht wird. Eine Tennisanlage mit 444 Toiletten. Ballboys, die Tennisbälle mit Karacho querbeet von einer Seite zur anderen feuern. Tennisfans, die während der Ballwechsel Krach machen, und Tennisprofis, die das sogar gut finden. 

Kommen sie einfach zu den US Open, dem größten und verrücktesten Tennisturnier der Welt in New York, der Stadt der Extreme und Superlative. Da gibt es Sachen und passieren Dinge, wie sonst nirgendwo - nicht in Wimbledon und nicht bei einem der anderen Grand-Slam-Turniere. Und weil die Amerikaner eine Schwäche für Zahlen haben, füttern sie einen mit wunderbaren, imposanten, speziellen, irren, grotesken, gigantischen und spektakulären Zahlen und Bestmarken. Und davon gibt es beim „Big-Apple-Turnier" reichlich.

23 : 23 
---  Knapper geht es nicht. Jeder jeweils 23 Spiele in vier Sätzen. Peter Gojowczyk, die Nummer 124, gegen Milos Raonic, die Nummer sechs der Welt. Doch weil der Kanadier zwei Sätze im Tie-Break gewann, hat Gojowczyk das Match verloren. Bitter - doch auch super, denn der krasse Außenseiter hat einen tollen Kampf geliefert, nachdem er drei Matches in der Qualifikation und die erste Runde gewonnen hatte.

    235  ---  Der Ranglistenplatz von Matthias Bachinger, der gerade noch in die Qualifikation gerutscht und sofort mit dem nächsten Flieger nach New York gedüst war, die Quali und erste Runde überstand, dann gegen Andy Murray, den US-Open-Sieger von 2012, verlor, dafür 60.000 Dollar kassierte, und der am Ende völlig perplex, aber überglücklich meinte: „Ich kann das alles noch gar nicht glauben." 

       3  ---
Jahre hintereinander und dreimal in der dritten Runde bei den US Open fertigte Philipp Kohlschreiber John Isner ab! Und wie? Diesmal trotz 42 Assen des Amerikaners und ohne den Mann der Asse zu breaken. 7:6, 4:6, 7:6, 7:6 das Endergebnis oder 25 zu 24 Spielen - das verrückteste Match des Turniers.














6 / 18 / 26  --- 
So waren Angelique Kerber, Andrea Petkovic und Sabine Lisicki gesetzt. Doch in Runde drei war Schluss. Angelique Kerber (6) gegen Belinda Bencic, eine 17-jährige Schweizerin, die 58. der Welt und jüngste unter den Top 100. Dumm gelaufen, denn nach einer 5:2 Führung im zweiten Satz vergab Kerber fünf Satzbälle. Auch die beiden anderen verpassten das Achtelfinale. Andrea Petkovic (18) gegen Caroline Wozniacki und Sabine Lisicki (26) gegen Maria Scharapowa - aber gegen die Nummer zehn und fünf der Welt kann man ja durchaus verlieren.

23.700 --- 
Sitzplätze im Arthur Ashe Stadion, dem größten Tennisstadion der Welt. Es gibt in diesem Mammut-Stadion auch 90 Luxus-Suiten, die für zig Zehntausende spielend weggehen, weil sich große Firmen und Sponsoren wie Mercedes, Heinecken, IBM, American Express geradezu darum reißen. Sie sind so begehrt, dass eine Dame bei der Scheidung lieber die Box am Center Court behalten wollte, als die Luxus-Villa auf den Hamptons.

11 --- 
Jahre Knast. Es gibt auch Tennis-Geschichten, die eigentlich wenig mit Tennis zu tun haben. Wie die des Hausmeisters eines Luxus-Appartement-Hauses am Central Park, wo nur Multi-Multimillionäre wohnen. Doch von denen, erzählte der Mann im Zug zu den US Open, habe man einen für elf Jahre eingelocht. Nicht toll, aber toll, dass die Super-Reichen ihm immer VIP-Tickets schenken. Doch Tennis interessiere ihn nicht, er komme nur, um sich in den VIP-Suiten am Center Court voll laufen zu lassen - auch diesmal wieder.

200 
 --- Länder, in die die US Open übertragen werden. Seit fast fünfzig Jahren von den amerikanischen Fernseh-Giganten NBC, ABC und zuletzt CBS. Jetzt ist Schluss, weil ESPN für elf Jahre angeblich 770 Millionen geboten hat, und die andern, mit bisher etwa 40 Millionen im Jahr, nicht mithalten wollten.
 
40.851.760
--- Dollar Gesamtpreisgeld. Davon kassieren die Einzel-Sieger jeweils drei Millionen. Na ja, dagegen sind Erstrundenverlierer mit „nur" 35.754 Dollar geradezu arme Schlucker - für die Veranstalter übrigens ein Klacks, denn nach Verrechnung aller Ausgaben bleiben noch mehr als 100 Millionen Gewinn.

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