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Doha / Katar

Wo Sand zu Gold wird


Alles  passiert in  Katar,  weil  es passierte, dass sie in der  Wüste Öl fanden. Und so wurde aus einem  der ärmsten  Länder der Erde eines der reichsten. Gold- und Geld-gepflastert ist das Leben des Emirs, ja der ganzen, 7.000-köpfigen Sippe. Ein jeder kriegt Geld. Von Geburt an. Alle männlichen Nachkommen monatlich  40 000  Rial  --  so 10.000 Euro --  und die weiblichen, weil sie wohl weniger wert sind, die Hälfte. Nur so, als Taschengeld eben. Ein Leben lang.

Überflüssig zu erwähnen, dass die Scheichs in prunkvollen Palästen mit überall Gold wie in Tausend-und-einer-Nacht wohnen, sich jeden Luxus gönnen und sich vor allem teure Hobbys wie  Falkenjagd, Rennkamele und Araberpferde leisten.

Und so passierte es auch, dass sie sich plötzlich den Luxus eines Tennisturniers leisten wollten und mal  schnell für 60 Millionen Dollar ein Stadion in den Wüstensand bauten. Und um auch gleich die Stars anzulocken, einen Sampras, Edberg, Becker und all die anderen, wurden Antrittsgelder in Millionenhöhe rausgepulvert. 

Nicht genug. Die Scheichs hatten noch andere, größere Pläne im Sport.  Ein Super-Golfplatz musste her. In der Wüste. Für ein Profiturnier. Und jetzt haben sie mal eben das Damenturnier von Berlin dem DTB abgekauft. Für schlappe 6,7 Millionen Euro aus den prall gefüllten Bankkonten der Ölscheichs. Und nun denken sie auch noch über eine Formel-1-Rennstrecke nach. Warum nicht? Geld, ja Geld ist doch kein Thema.

Warum und wofür aber hauen sie das Geld so raus? Weil sie's haben. Und dass sich die Leute auf der ganzen Welt den Namen Katar endlich mal merken. Ach ja, das Geld wird  den Scheichs  auch dann nicht  ausgehen, wenn kein Öl mehr sprudeln wird, denn vor der  Küste liegt die zweitgrößte Gasblase der Erde, und die ist noch nicht mal richtig angezapft - also ungenutzt.

"Richtig reich", prophezeit deshalb auch Scheich Hamad Al-Thani, "also  richtig  reich  werden wir erst  mit dem Gas".

           
Eberhard Pino Mueller

publiziert: Juni 2005
DTZ - Deutsche Tennis Zeitung                         

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