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French Open / Roland Garros 

Bejubelt, gefeiert, vergessen...

Der  Tenniszirkus mit seinen Stars  ist in Paris. Und die Fans spielen verrückt, wenn Sampras, Safin, Henman, Haas oder Martina Hingis, Venus Williams, Anna Kournikova in Roland Garros  einlaufen. Dabei haben sie alle bis jetzt den Titel in Paris noch nie geholt.

Abgeschrieben dagegen die Ex-Champion. Der Ruhm ist  schnell verblasst. Unbeachtet heute im Stade Roland Garros ein Vilas, der hier, vor mehr als zwanzig Jahren, gewonnen hatte. Chaos früher, wo der  Frauenliebling aufkreuzte. Immer waren weibliche Fans hinter ihm her. Auch Caroline von Monaco konnte dem Charme des Gedichte schreibenden Tennisstars eine zeitlang nicht widerstehen.

Guillermo Vilas, noch immer mit schulterlanger Zottelmähne, breitem  Kreuz und Armen wie ein Möbelpacker, schreibt  Kolumnen, komponiert Schlager und kommentiert im Fernsehen. Wenn schon nicht mehr überall, so ist er doch noch in Argentinien, seinem Heimatland, ein populärer Mann.

Alle Ex-Champion werden ehrenhalber immer  eingeladen und kriegen das Hotel bezahlt. Doch die  Mehrzahl juckt das nicht. Nicht Andres Gomez, der  lieber zu Hause surfen geht, nicht Lendl, der Roland Garros meist nur ein bisschen im Fernsehen anguckt, nicht Borg, der große Feste, seine Geburtstags- und Hochzeitsfeier für seine Freunde in Stockholm vorbereiten muss, auch nicht Margret Court, die als Laienpredigerin lieber in Australien bleibt.

Ein paar Roland Garros-Sieger sind aber fast immer da. Andres Gimeno, Adriano Panatta und Virginia Ruzici, die als TV-Kommentatoren zum Arbeiten kommen. Auch lassen sich Manuel Santana und natürlich Ilie Nastase, der wie Vilas eine feste Bleibe in Paris hat, fast immer blicken.

Doch auch Yannick Noah darf in Paris nie fehlen. Vorbei aber der große Rummel. Auch um den Liebling der Franzosen, ist es recht ruhig geworden.

"Das Schönste in Roland Garros", sagt Panatta und strahlt wie ein kleiner Junge,  "ist, wenn Unbekannte mich anhauen, weil sie sich erinnern, wie ich hier einmal Borg geschlagen habe."

                                   
Eberhard Pino Mueller

publiziert: Juni 2000  DTZ -  Deutsche Tennis Zeitung                         




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