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denden Satz ruckzuck 1:4 zurück. Bei 4:5 ganz brenzlig, da muss er einen Matchball abwehren. John Isner jetzt mit Krämpfen. Die Wende. Haas dreht noch einmal auf. Bei 8:8 schafft er ein Break und mit dem dreizehnten (seiner Glückszahl) Matchball nach 4:37 Stunden den Sieg. Tommys Trainer Ulf Fischer hinterher: „Es war Adrenalin extrem, der Wahnsinn. Passt aber total zu seiner Karriere. Tommy kämpft sich immer zurück und gibt nie auf."

Angelique Kerber… Bien fait - gut gemacht! Sie hat mit Herz mal wieder alles gegeben. „Nach meiner Verletzung war es schwer gegen Mona und die gefährliche Amerikanerin Lepchenko." Und dann zu schwer gegen die frühere French-Open-Siegerin Svetlana Kuznetsova. „Ich hab' mich," sagte sie, „an die Rolle als Gejagte gewöhnt, das spornt mich sogar an." Kerbers Coach Torben Beltz sah ihr Abschneiden positiv: „Das Achtelfinale war ohne die notwendige Vorbereitung nach Angies Bauchmuskelverletzung okay." 

Philipp Kohlschreiber… Solide. -  Er hat erst unter den letzten 16 verloren. Gegen Novak Djokovic, die Nummer eins, den er 2009 schon einmal in Paris geschlagen hatte. „Die wichtigen Punkte hab' ich nicht gemacht", meinte Kohlschreiber, „und so konnte ich ihn nur ein bisschen ärgern." Er hatte dem Serben als einziger in den ersten fünf Runden einen Satz abgeknüpft, aber auch 13 Breakchancen verpasst. „Schön gespielt, aber halt verloren", so kurz und trocken sein Coach Markus Wiselsperger.

Rudolf Molleker…. Bravo Rudi! - Er hat sich während der French Open souverän einen Titel geschnappt. Den Longines-Future-Tennis-Aces-Titel der unter Dreizehnjährigen. Bei einem Turnier auf Sandplätzen vor dem Rathaus in Paris haben ausgewählte, besonders talentierte Buben aus 16 Nationen mit Schiedsrichtern und Ballkindern wie in Roland Garros an drei Tagen Tennis gespielt. Champions der Zukunft werden dabei gesucht und die Finalisten  mit 2.000 Dollar jährlich bis zum 16. Geburtstag beglückt.

Nochmals Tommy Haas… Fantastique - fantastisch! Der Oldie unter den besten Acht. Nie zuvor bei seinen 12 Auftritten hatte er das geschafft. Seine Karriere war wegen vieler Verletzungen immer eine Achterbahn. Sein Ranking oft ein Witz. Mal die Nummer zwei, mal jenseits der 1000, vor einem Jahr auf Platz 131, sodass er damals in Paris durch die Quali musste. Ja, und diesmal an zwölf gesetzt. „Das Ranking interessiert mich null", sagte er, „was zählt ist, wie man gespielt hat. Mein Ziel ist, nochmals einen Titel zu holen." Nun, mit dem Titel war es diesmal nichts. Djokovic hat ihm den Sprung ins Halbfinale vermasselt. Dabei war Tommy Haas nicht chancenlos, hatte er doch eine 4:2-Führung im Tiebreak des zweiten Satzes und einen Spielball zu einer 6:5-Führung im dritten, doch die Sätze gingen weg.

Pas de controle - daneben. Ernests Gulbis respektlos: „Roger, Rafa, Novak und Murray sind ‚chiants'." Federer & Co seien Schwätzer. Sie würden sich nicht richtig für Tennis engagieren und nur „Blabla" reden.  --  Michail Juschni gewalttätig: „Der Schläger hat Pech gehabt." Der Russe hatte seinen Schläger an der Bank zerhackt, weil er mit diesem gegen Tommy Haas keine Kugel traf.  --  Schönling Grigor Dimitrov, der mit Sharapova angebandelt hat, selbstgefällig auf die Frage, wo er sich als sexy Top-Tennisspieler in der Rangliste sehe. „Das sag' ich erst, wenn ich unter den Top Drei bin."     

Sabine Ellerbroock...  Sensationelle!  -  Im Halbfinale putzte sie Aniek van Kook, die haushohe Favoritin und Weltranglisten-Erste im Rollstuhltennis, gegen die sie das Finale der Australian Open glatt verloren hatte, in zwei Sätzen weg. Die Krönung dann der Sieg im Endspiel und ihr erster Grand-Slam-Titel. „Es ist unglaublich", stammelte sie vor Freude, „ich denke, es ist mein größter Sieg."

Antonia Lottner und Alexander Zverev... Le futur - die Zukunft. Die 16-Jährigen haben sich bravourös geschlagen und die Endspiele der Junioren/innen in Roland Garros erreicht. Doch am Ende haben ihre Finalgegner gejubelt. Schade, aber ihre Zeit wird kommen - bei ihren Talenten.

                                                               Eberhard Pino Mueller

publiziert:  Juli 2013  DTZ Deutsche Tennis Zeitung
                                 
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Paris - Roland Garros - French Open 2013


Seit Jahren träumen wir in Deutschland von den Zeiten als Steffi Graf in Roland Garros ihre Titel holte. Vergebens. Leider gab es auch diesmal bei den French Open kein deutsches Tennis-Wunder - etwa ein Finale. Aber Tommy Haas im Viertelfinale sowie Philipp Kohlschreiber und Angelique Kerber im Achtelfinale. Man kann also nicht sagen, dass die deutschen Spielerinnen und Spieler enttäuscht haben.

Wer, wie, was… ?

Pas facile - nicht einfach. Die Quali. 128 Herren und 96 Damen kämpften um die begehrten 16 (12) Plätze im Hauptfeld. Beim „Vorspiel" des Grand-Slam-Turniers haben sich früher selbst spätere Champions wie Wilander, Kuerten, Safin, Djokovic oder Sharapova und Azarenka abmühen müssen. Für Andreas Beck, Jan-Lennard Struff, Julian Reister und Dinah Pfizenmaier also ein Erfolg, dass sie den Sprung in das Hauptfeld geschafft haben.

Mona Barthel…  Pourquoi ca - warum das? So eine dumme Auslosung. Gleich in Runde eins gegen die an sechs gesetzte Spielerin. Gegen eine Deutsche. Gegen Angelique Kerber. Schade, eine musste verlieren. Es war im ersten Satz ein harter Kampf auf Augenhöhe, wobei Mona Barthel im Tiebreak zwei Satzbälle vergab.     

Daniel Brands… Mon Dieu - mein Gott! Tennis ist ein seltsames Spiel. Daniel Brands, der 59. der Weltrangliste, spielte auf dem gleichen Niveau wie der siebenfache French-Open-Champion Nadal, gewinnt den ersten Satz und führt im Tiebreak des zweiten 3:0. Es schien so, als habe der baumlange Kerl mit seinem Power-Tennis den spanischen Sandplatzkönig auf der Pfanne und könne den hohen Favoriten in Runde eins aus dem Turnier bugsieren. Doch Nadal zieht, gerade noch vor dem ihm drohenden Zweisatzrückstand, den Kopf aus der Schlinge. „Ich habe", so Brands, „mein bestes Match meiner Karriere gespielt, aber es hat nicht gereicht."

Tobias Kamke… Quel malheur - so ein Unglück! „Die bitterste Niederlage meiner Karriere", sagte Kamke. „Ich liege nach zig vergebenen Satz- und Breakbällen mit zwei Sätzen zurück und hätte mit zwei führen können." Schlimmer noch: „Ich hab' 2:0 im fünften Satz geführt und kurz gedacht, ich hätte ihn jetzt." Nicht doch, der von Schmerzen und Krämpfen geplagte Franzose Benneteau rettete sich mit einer unglaublichen Gewaltleistung noch über die Runde.

Dinah Pfizenmaier… „Mademoiselle Pfiffenmaier" - so der französische Schiri, der zunächst Schwierigkeiten mit dem Namen Pfizenmaier hatte. Nicht so die junge Qualifikantin, die die Polin Urszula Radwanska problemlos abservierte. „Ich bin nicht mehr so schissig", meinte sie hinterher, „bin mutig und will die Punkte selbst machen." Und so hat sie auch in der dritten Runde gegen die Weltranglistenvierte Agnieszka Radwanska gut mitgehalten. Der Lohn: 60.000 Euro Preisgeld. „Ist cool", hat die überglückliche Newcomerin gejubelt.     

Annika Beck… Courageuse - couragiert. Die 19-Jährige hat die erste Runde souverän gewonnen und danach gegen Victoria Azarenka toll gekämpft, doch zwei Spielbälle zum 5:5 verpasst. Ihr Trainer Robert Orlik: „Sie wurde immer lockerer und hat das gegen die Nummer drei der Welt sehr gut gemacht. Sie wird kommen, es braucht nur Zeit." Und ihr neuseeländischer Coach Neil McAffer: „Sie hätte noch besser spielen können. Sie hat halt noch kaum Erfahrung."

Sabine Lisicki… Domage - schade!. Diesmal war sie, was ihr auf Sand in Roland Garros noch nie gelungen war, unter den besten 32. Doch die nächste Runde nicht ihr Ding. Mit 37 Fehlern gegen nur sieben war die Bollettieri-Schülerin gegen die Vorjahresfinalistin Sara Errani chancenlos.

Tommy Haas… Incroyable - unglaublich! Der Tennis-Thriller gegen den 2,05-Meter-Aufschlagriesen John Isner. Eine verrückte, dramatische, magische, aufreibende, spektakuläre, faszinierende, heroische, brutale Nervenschlacht. Neun verpasste Matchbälle bei 6:5 und drei weitere im Tiebreak des vierten Satzes. Tommy Haas frustriert und im entschei

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