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French Open /Roland Garros

Große Taten, kleine Helden



Vielleicht, denken viele Franzosen, man hätte dem Tennisstadion in  Paris  an der Porte d'Auteuil  besser einen  anderen Namen geben  sollen. Warum  Roland  Garros?  Warum nicht Suzanne Lenglen oder Rene Lacoste? Gewiss doch, der kleine Roland  Garros war ein mutiger Abenteurer, der 1913 als erster Flieger das Mittelmeer  überquert hatte.  Aber  zu  seiner Zeit,  zu Beginn moderner  Technik, waren wohl alle Flieger kleine Helden.

Roland  Garros, der dann,  im ersten Weltkrieg, bei einem Luftkampf abgeschossen worden war, wird man nie vergessen,  weil es dieses Tennisstadion mit seinem Namen gibt und das Turnier, und jeder, bei den French Open gespielte Ball, seinen  Namen trägt.

Eine große Ehre, wahrlich, für  Roland  Garros, denn Fliegen ist nichts Besonderes mehr, es sei denn, man stürzt ab und überlebt.

Und wenn dann ein großartiger Chirurg einen Bruchpiloten mit Lungenrissen, zermalmten Wirbeln und zertrümmerten  Beinen wieder zurechtflickt, und der Mann mit 17 dicken Schrauben,  drei Lochgittern, vier Socon-Klemmen und zwei fingerlangen Bolzen im Körper  nicht mal als Krüppel herumläuft, ist das ein Wunder.

Ruhm  und Ehre natürlich immer  für die  Sieger in Paris. Wer in Roland Garros  gewinnt, wird gefeiert wie ein Held. Was aber sind schon sieben  gewonnene Matches auf dem roten Pariser Sand  gegen  eine riskante, aber genial gemachte Operation? Was der Titel bei den French Open gegen ein Menschenleben? Aber es gibt eben für große Taten ohne Publikum keinen Beifall.




Anmerkung: Eberhard Pino Mueller, der Autor, teilte vor dem Turnier in Roland  Garros in einem Krankenhaus das Zimmer mit einem Mann, der nach einem Flugzeugabsturz ein Jahr zuvor genial operiert worden war und sich jetzt das ganze OP-Material entfernen ließ.

publiziert:  DTZ -  Deutsche Tennis Zeitung
                                                     


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