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noch immer da, aber auch ein Körper, der ihn dauernd ausbremst. Früher seien es die Schulter und die Hüfte gewesen und jetzt das Knie, aber ach - eigentlich zwicke es doch immer irgendwo. „Wenn der Körper hält, versuch' ich alles", sagt der Wahlamerikaner und nach dem Aus im Halbfinale gegen Marin Cilic augenzwinkernd: „Wer weiß, vielleicht war das mein letzter Auftritt in München, vielleicht nicht - hoffentlich nicht."   

Und jetzt zu Philipp Kohlschreiber - der schoss den Vogel ab. Er rang den an zwei gesetzten Feliciano Lopez und im Endspiel den Kroaten Cilic nieder und holte sich, mutig, aggressiv und nervenstark spielend, fünf Jahre nach seinem ersten Titelgewinn an gleicher Stelle seinen vierten ATP-Tour-Titel. Ein Traum für ihn, denn er meinte zu Beginn des Turniers: „Es wird verdammt schwer den Titel noch einmal zu gewinnen, aber das ist auf jeden Fall ein Wunsch und Traum von mir."     

Wahrlich, wahrlich - man kann sehr gut verstehen, dass alle Spieler auf  die 71.900 Euro Siegprämie und dazu noch auf ein Cabrio, einen BMW Z4 als Dreingabe, scharf gewesen sind. Gleichwohl, nicht alle sind damit zufrieden, nicht die Stars, die nebenher und vorab happige Antrittsprämien kassieren. Ein Roger Federer ist für München unbezahlbar. So gesehen soll der Top-5-Spieler Tsonga fast schon zu einem Schnäppchenpreis verpflichtet worden sein. Doch nach dessen Kurzauftritt von nicht mal einer Stunde, sieht das anders aus. Hin wie her, Tsonga hätte das verpasste Siegerauto von dem Geld, mit dem er abgezogen ist, wohl allemal bezahlen können.       

Ach ja, da ist noch etwas. Ein Wechsel. Der MTTC, als Lizenzbesitzer für ein ATP-Event, macht das Turnier nicht selbst, sondern über einen externen Veranstalter, der das finanzielle Risiko trägt und darüber hinaus eine gewisse Summe, es heißt in sechsstelliger Höhe, vom Gewinn abtritt. Die bisherige, seit zehn Jahren erfolgreiche Agentur wird 2013 durch ein neue, die Charly Steeb GmbH, abgelöst. Steeb meint, man könne aus den BMW Open mehr machen, im sportlichen, Service-, Besucher- und Hospitality-Bereich - also dann mal zu, hört sich gut an.

Und noch, zu guter Letzt: Alles war gut - die Stimmung, die Show und der herrlich weißblaue Bayern-Himmel bis zum Wochenende. Die BMW Open, das ist nicht nur ein Turnier mit besonderem Flair in einem feinen Tennisklub, wo die Fans hautnah an den Spielern dran sind, sondern ein gesellschaftliches Ereignis mit familiärem Charme - etwas für die ganze Familie, auch die Familien der Spieler. Tommy Haas etwa brachte alle mit: Mutter Brigitte, Vater Peter, Schwester Sabine mit den Kindern Moritz, Carlotta und Ruben sowie Schwager Elmar. Und es war, so die Macher, „eine tolle Woche", und es wurde, so Patrik Kühnen, „sehr, sehr starker Sport geboten." Wieder mal waren es besonders schöne bayrische Tennis-Festspielen mit einem neuen Besucherrekord ( 39.500 ), zumal zwei Deutsche um Plätze fürs Finale gespielt haben, und der Autoliebhaber Philipp Kohlschreiber zum krönenden Abschluss eine flotte Ehrenrunde als Turniersieger mit dem gewonnen BMW drehen durfte.

                           
Eberhard Pino Mueller 

publiziert:  Juni 2012  --  DTZ Deutsche Tennis Zeitung
                                         Tennisportal  TAKEOFF-PRESS


BMW Open by ATLANTICLUX in München
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Kohli zum Zweiten


Was für ein Turnier - die 97. Internationalen Tennismeisterschaften von Bayern oder 25. BMW Open im MTTC, dem Münchner Tennis- und Turnier-Club Iphitos! Welcher Klub und welches Tennisturnier hat so eine Tradition und Geschichte? Im Jahr 1892, also vor 120 Jahren, wurde Iphitos gegründet. Nur acht Jahre später gab es das erste Turnier und seit einem Vierteljahrhundert wird das Traditionsturnier im Iphitos von BMW als Hauptsponsor unterstützt. Die Münchner Automarke und das Tennisturnier, das passt. Allerdings, eine Vertragsverlängerung im kommenden Jahr steht noch an. Es heißt aber auch, AUDI sei scharf auf das Münchner Turnier und warte nur darauf, bis BMW aussteigt.
   
Das Turnier bringt's. Man muss nur mal zurückschauen, wer hier schon gespielt hat. Viele große Namen dabei: Gottfried v. Cramm, Rosewall, Pilic, Tiriac, Vilas, McEnroe, Connors, Muster, Edberg, Borg, Ivanisevic, Lleyton Hewitt,  Boris Becker, Agassi, Lendl, Stich, Philippoussis,  Federer und und und.

Und heuer „mit einem interessanten, superstarken Feld", so Turnierdirektor Patrik Kühnen vor dem Start. Wie wahr. Dabei vier Ex-Turniersieger: Nikolay Davydenko, Oliver Rochus, Philipp Kohlschreiber und Michail Juschni. Und neu dabei der neunzehnjährige, australische Jungstar Bernard Tomic sowie Jo-Wilfried Tsonga, die Nummer fünf der Welt, der Mann gleich hinter Djokovic, Nadal, Federer und Murray. Und außerdem noch Typen wie der Zyprer Marcos Baghdatis, der Deutsch-Jamaikaner Dustin Brown und natürlich Publikumsliebling Tommy Haas.

Apropos deutsche Spieler - neun kamen ins Hauptfeld: Dustin Brown über die Quali, Haas, Bachinger, Berrer und Brands mit einer Wildcard, und Stebe, Kamke, Petzschner und Kohlschreiber waren direkt qualifiziert. Doch vier blieben in der ersten und drei weitere in der zweiten Runde hängen.

Nicht die Einzigen - aber wer hätte gedacht, dass Oliver Rochus sowie die heißen Favoriten Nikolay Davidenko und Jo-Wilfried Tsonga gleich im ersten Match purzeln würden und die Koffer packen müssen? Der Russe gegen einen Qualifikanten aus Kolumbien und der Franzose gegen Tommy Haas, den ältesten Spieler des Turniers.   
 
Was für ein Coup von Tommy Haas! „Wenn mir vor dem Turnier einer gesagt hätte", so der 34-Jährige und 134. der Welt, „ich würde hier in weniger als einer Stunde gegen den Weltranglisten-Fünften gewinnen, hätte ich das nicht geglaubt." Turnierdirektor und Davis-Cup-Teamchef Kühnen meinte zu Tommys Supermatch: „Klar, Tsonga war der Favorit, doch die Rangliste sagt nichts, alles muss erst gespielt werden." Eine Binsenweisheit - eigentlich. Doch gern wird das vergessen.

Und nochmal Tommy Haas - Er war in diesem Turnier grandios. Wie er zuerst Michael Berrer und nach Tsonga auch noch Baghdatis „wegmachte", war beeindruckend. Sein letzter Sieg gegen einen Top-5-Spieler war 2009 im Viertelfinale in Wimbledon gegen Djokovic. Der Ehrgeiz ist

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