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er Woche für Woche hart arbeiten würde?" Er findet gut, dass Tommy die Haare geschnitten hat. Nicht wegen der Haare, sondern „weil es so aussieht, als wolle er ein paar Dinge in seinem Leben ändern." Und Hogstedt ist bereit, ihm dabei zu helfen.

Natürlich gehört Tommy Haas nicht auf einen Platz um vierzig in der Weltrangliste, wo er anfangs des Jahres stand. Wichtig aber sei, so Hogstedt, nicht zurückzuschauen, auf Platz zwei der Welt, wo er schon einmal war. „Das hilft nicht und wäre ein großer Fehler. Wir müssen nach vorn schauen und einen Schritt nach dem anderen machen. Wenn er gesund bleibt, ist alles möglich, auch, dass er ein ganz großes Ding gewinnt."

Warum nicht? Tommy Haas hatte nicht nur in Australien toll gespielt und gegen Federer erst im Viertelfinale im fünften Satz verloren, sondern danach, immerhin schon mal kleinere Dinger, zwei Turniersiege in Amerika geholt.

Und dann ist da auch noch Florian Mayer, der viel Talent hat und sehr gut Tennis spielen kann. Mag sein, dass nach den ersten großen Erfolgen seine Erwartungen zu hoch waren, oder alles vielleicht auch zu schnell ging. Sicher aber ist, auch er will mit neuen Trainern und neuem Schwung zeigen, was in ihm steckt.

Florian Mayer steht, weil er zur TennisBase des Bayrischen Tennis Verbandes gehört und da in den kommenden zwei Jahren trainieren will, neben Stefan Eriksson, auch Michael Geserer als Trainer zur Verfügung. Ein seit Jahren eingespieltes Gespann. „Stefan und ich", so Michael Geserer, „wir arbeiten in dieselbe Richtung, haben dieselben Vorstellungen, tauschen uns regelmäßig, oft mehrmals täglich aus, haben Profile über jeden Spieler und wissen genau, wie und was wir mit wem trainieren müssen."

So nahm Geserer, der sich schon immer um Philipp Kohlschreiber gekümmert hatte, auf der Australien-Reise auch noch Florian Mayer mit. „Wir wollen", sagt Geserer, die langen Reisen splitten. Es reicht, wenn einer von uns mitfährt, da wir noch mit anderen Spielern in der TennisBase arbeiten müssen."  Eriksson soll in Amerika mitreisen, und die Turniere in Europa werden sie zusammen machen.

Geserer versteht sich prächtig mit Kohlschreiber und Mayer. „Zwei nette Kerle", sagte er, „die sich weiter entwickeln werden. Ich erwarte von beiden noch einiges. Flo hat sich stabilisiert, ist sehr trainingsfleißig und noch lange nicht da, wo er hingehört, und Philipp ist ehrgeizig, willensstark, sehr belastbar und einer der härtesten Arbeiter auf dem Platz."

Na denn, hört sich doch gut an, was die Spieler wollen und die Trainer vorhaben. Doch während einige Spieler noch etwas Zeit brauchen, sich zu entwickeln, müssen die anderen schnell an ihrer Karriere arbeiten, bevor es zu spät ist. Das Potential ist da - es kommt aber darauf an, was sie daraus machen.

                                    Eberhard Pino Mueller

publiziert:  März 2006   DTZ   +  TAKEOFF-PRESS


Neue Trainer, neuer Schwung.

Das kann was werden...



Immer die gleiche Reaktion. Zuerst die geballte Faust für den Sieg und sofort der Blick hinüber zum Trainer. Es war der Moment der Erleichterung und Freude nach einem gewonnenen Match bei den Australian Open. Für die Spieler Nicolas Kiefer, Tommy Haas und Florian Mayer, wie auch für deren neue Trainer Sascha Nensel, Thomas Hogstedt und Michael Geserer. Denn die Australian Open sind weit mehr als ein Tennisturnier, und jeder Sieg in jeder Runde ist etwas Besonderes.

Für Sascha Nensel, den neuen Mann an der Seite von Nicolas Kiefer, ist der Job aber auch stressig. Denn Sascha stehe, sagt Kiefer, während des Matchs so unter Strom, dass er graue Haare kriege. Kein Wunder, mit zwei Sätzen lag Kiefer gleich im ersten Match in Melbourne zurück. Doch er kämpfte und Nensel fieberte mit. Bis es vorbei war, bis zum Sieg und der Kiwi-Faust. „Ein großer Stein", sagte Kiefer hinterher, „ist mir in diesem Moment vom Herzen gefallen, und Sascha ist absolut glücklich gewesen."

Im Dezember 2005 hatte Kiefer sich für Sascha Nensel, den Trainer des Niedersächsischen Tennisverbandes entschieden, mit dem er schon zusammen gearbeitet hatte. „In Amerika bei zwei Turnieren", sagt  Nensel, „hat das gut geklappt, und weil ich schon immer mal auf diesem Niveau arbeiten wollte, habe ich diesen Job, den wir auf einer Augenhöhe machen wollen, angenommen."

Kiefer wurde zuvor von Thomas Hogstedt, der jetzt mit Tommy Haas zusammen ist, trainiert. „Thomas", lobt Kiefer den Schweden, „hat mich mit seiner ruhigen, überlegten Art auf das Wesentliche eingeschworen und die Basis für Erfolge gelegt." Und darauf will Sascha Nensel aufbauen. Kiwi habe, meint Nensel, das komplette Paket als Tennisspieler. „Da können wir nur noch Kleinigkeiten herauskitzeln. Er muss aber im Match noch aktiver und angriffslustiger spielen, um dem Gegner zu zeigen, wer der Chef auf dem Platz ist." 

Das Duo Kiefer-Nensel hatte, nach einem intensiven Trainingslager in Thailand, gleich einen sehr guten Start und konnte erst durch Roger Federer, den späteren Australian Open-Sieger, im Grand Slam-Halbfinale gestoppt werden. „Ich freue mich", sagte Kiefer, verbesserte sich jedoch sofort, „nein, Sascha und ich, wir freuen uns darüber, wie viel wir schon in wenigen Wochen erreicht haben und wie gut Sascha mich mit seiner lockeren Art zu puschen und zu motivieren versteht."

Auch Tommy Haas ist wie Kiefer noch einmal richtig heiß auf Tennis. Beide wissen, die Zeit läuft ihnen allmählich davon. Große Talente sind aber oft keine Arbeiter. Und ohne große Arbeit geht es nicht mehr. Thomas Hogstedt kommt da gerade richtig, nachdem Haas lange Zeit mit David „Red" Ayme, der oft nur ein Wasserträger und Blitzableiter für Tommy war, zusammen gearbeitet hatte.   


Thomas Hogstedt bedauert, dass er Tommy nicht schon vor fünf Jahren gekriegt hat. „Alle wissen", so der Schwede, „wie gut er ist, und dass er jeden schlagen kann. Und was wäre erst, wenn

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