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die Bälle besser als die anderen spielen  können, sondern weil sie einen Namen haben, oder sexy aussehen, oder die bessere Show machen. So gesehen, kann es natürlich für
Agassi, Rios oder eine Kournikowa nie genug Knete geben. Doch die Superstars machen sich die Hände mit Geld nicht schmutzig, sondern lassen die Geschäfte knallhart von ihren Managern machen. Ivan Lendl oder Miloslav Mecir waren früher nicht so zimperlich. Die standen zu ihrer Abkassiererei und taten nicht so, als sei ihnen der Zaster egal.

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Mag sein, dass wir die Vorstellungen der Superstars über Geld nicht mehr verstehen. Es genügt doch, einen Agassi zu fragen, ob er für eine halbe Million ein bisschen Tennis spielen wolle. Wenn er keine Lust hat, wird er lässig abwinken und höchstens fragen: wie, nur 500.000 ? Oder wer versteht Patrick Rafter, der für ein paar Tage Ferien, also nur eben, weil er ein bisschen faulenzen wollte, eine halbe Million sausen ließ, die er allein fürs Antreten, also für nur einen Ballwechsel, beim Compaq Grand Slam Cup 98 hätte einsacken können? Also ehrlich, wer von uns würde bei diesen Summen nicht schwach werden? Oder haben vielleicht die Stars den Überblick beim Geld verloren? Was gab es doch damals, vor neun Jahren, beim ersten Grand Slam Cup in München um das Preisgeld für ein Geschrei unter den Spielern? Zwei Millionen Dollar für den Sieger sei einfach  „pervers", maulte Boris Becker, und McEnroe beschimpfte die Spieler, die den sechs Millionen Dollar Preisgeld nachjagen, als „Tennis-Huren". Ja und später, da kamen auf einmal auch McEnroe und Becker nach München und nahmen die Kohle, ohne rot zu werden.

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Eigentlich war auch diesmal alles wie immer bei Wohltätigkeitsturnieren, nur etwas großartiger. Zu Ehren Nelson Mandelas, und um Geld für dessen Kinderstiftung zu machen, flogen die Wimbledonsieger Becker, Krajicek und Agassi, dazu noch Wayne Ferreira, Noah, Iva Majoli und andere Topspieler nach Kapstadt. Natürlich Erster Klasse. Dafür, wie auch für eine Luxus-Safari und den Aufenthalt in den besten Hotels des Landes kam der Veranstalter auf. Nicht genug für einen Agassi. Der nämlich verlangte  220 000 Dollar für eine private Chartermaschine, ließ sich außerdem eine im Hotel in Johannesburg vergessene Zigarrenkiste mit einem Privatjet zur Safari in den Singita Wildtier-Park bringen und brauste zum Dinner mit Mandela  im Hubschrauber nicht zusammen mit den anderen Spielern, sondern musste einen eigenen haben. Herzlich wenig machte sich der Paradiesvogel aus Las Vegas daraus, dass durch diese und andere Eskapaden bei dem hochkarätigen Turnier nur bescheidene 150.000 Dollar für den Mandela Kinder-Fond übrig blieben. „Mandela ist mein Heros",  tönte Agassi vor dem Friedensnobelpreisträger, „von diesem großen Mann zu lernen, finde ich toll." Ja wenn Agassi von dem großen Mann nur ein bisschen lernen würde, denn der steckt Jahr für Jahr ein Drittel seines Gehaltes in sein Kinderhilfswerk.

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Anmerkung 2012: Nichts dazugelernt - Agassi & Steffi Graf sollen ein Fünftel der Spenden ihrer Charity-Organisation. wie US-Untersuchungen ergaben, für sich selbst verpulvert haben! 







Was waren die Gentleman-Spieler
Rod Laver und Ken Rosewall im Vergleich zu den Stars von heute für arme Schlucker?  Dennoch, zu ihrer Zeit waren sie die Großverdiener unter den Tennisprofis, und man muss sich ihretwegen keine Sorgen machen. Eigentlich auch nicht um Björn Borg. Doch ein Agassi kann über die 100 Millionen, die der Schwede in jungen Jahren einsackte, nur müde lächeln. Nicht, weil ein wenig geschäftstüchtiger Borg seine Millionen schon verpulvert hat, vielmehr weil Agassi, ob im Tennis gut oder schlecht drauf, so gigantische Summen von Nike, seinem Hauptsponsor, reingeblasen bekommt, dass Borg in den besten Jahren mit seinen Millionen dagegen schlecht ausgesehen hätte. Etwa so schlecht wie der Bundeskanzler, denn der kriegt im Jahr gerade mal nur etwa halb soviel wie der Sieger in Wimbledon, Roland Garros, Flushing Meadow oder Melbourne in zwei Wochen.

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Klar doch, die Topspieler haben richtig Spaß am Geldscheffeln gefunden, nachdem ihnen überall Unsummen nachgeschmissen werden. Die Macher kleinerer Turniere tricksen sich auch förmlich aus, um den größeren Fisch an Land zu ziehen. Doch nicht ohne Eigennutz wird geblecht, denn wer für sein Turnier mit  großen Namen werben kann, ködert Sponsoren, bekommt das Fernsehen und verkauft leichter Eintrittskarten. Es gibt aber keine Garantie dafür, dass die Cracks sich für viel Geld auch wirklich  reinhängen. Pleiten mit teuer eingekauften Stars kamen laufend vor. In München, etwa, bei den BMW Open, flogen in den vergangenen Jahren Chang, Noah,  Edberg oder Muster  gleich zu Beginn des Turniers raus. Nicht anders in Kitzbühel, wo die Tennisfans Betrug gewittert hatten, nachdem Boris Becker und Thomas Muster sich mal recht lustlos hatten abservieren lassen. Ärger auch immer wieder in Stuttgart beim Mercedes Cup. Mit Bruguera, etwa, der sein Match einmal, scheinbar mit Null Bock, abgeschenkt hatte. Die „gekauften Versager" hatten aber selten Gewissensbisse, nicht gegenüber Veranstaltern, Sponsoren, Zuschauern, auch nicht gegenüber ihren Spielerkollegen, für die es oft nur einen Bruchteil ihrer Antrittsgelder zu gewinnen gab. Andererseits, bitte, Patrick Rafter war da anders. Man höre und staune: Er hatte seine  50 000 Dollar Antrittsprämie 1997 in Lyon drei Wochen nach dem Turnier mit der Begründung zurückgegeben: „Ich war nach meinem US Open-Sieg nicht motiviert und habe deshalb gleich verloren."

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Ein Tennisturnier im Scheichtum Katar, warum nicht? Weil aber das Öl sprudelt, und  Geld keine Rolle spielt, kaufen sich die Ölscheichs die Superstars mit unheimlichen Summen. Doch einige kamen scheinbar nur zum Abzocken. So vergeigte Pete Sampras, weil untrainiert und durch Jetlag übernächtigt, 1995, gleich sein erstes Match. „Sweet Pete" aber dachte nicht daran, sein Antrittsgeld, etwa eine Million, zurückzugeben. Völlig daneben auch Agassi und Muster. Die spielten, 1996, nachdem sie vorzeitig aus dem Turnier geflogen und die Finalisten nicht nach dem Geschmack der Möchtegern-Macher in Doha waren, einen Showkampf vor dem Endspiel - natürlich nur für reichlich Extra-Dollar. Damit also ist alles klar: Die Tennisstars kriegen die Unsummen nicht, weil sie


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