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70 Jahre DTZ- DEUTSCHE TENNIS ZEITUNG

   
Eberhard Pino Mueller  -  weltweit für die DTZ unterwegs


Es gibt Momente im Leben, da passieren Dinge, die das bisherige Leben auf den Kopf stellen. So etwas ist im Februar 1982 passiert, als ich mit meinem Freund Norbert im Urlaub in Delray Beach/ Florida beim WCT-Turnier des Ölmilliardärs Lamar Hunt zuschaute. Im Flieger zurück nach Frankfurt meinte Norbert, ein in Sachen Tennis nicht aktiver DPA-Sportjournalist: „Du bist doch ein Tennisexperte und kannst eine Story über diesen verrückten Milliardär und dessen  Turnier schreiben." Was ich dann auch machte. Auf der Fahrt zurück nach Villingen stoppten wir in Sindelfingen, um das handgeschriebenen Manuskript der DTZ anzubieten. Mit großem Hallo traf da Norbert, der früher Sportchef bei der Sindelfinger  Zeitung war, seinen ehemaligen Volontär Jürgen Haar (heute Chefredakteur der Sindelfinger Zeitung), der mein Gekritzel auch gleich in die damals wöchentlich erscheinende DTZ brachte.

Ich fand das toll, als jahrelanger Abonnent und Leser der DTZ, die ich von vorn bis hinten, mal abgesehen von den Stellenanzeigen, verschlungen habe, und schickte, weil ich irgendwie tennisverrückt war, regelmäßig weitere Tennisgeschichten an die DTZ, die auch immer gedruckt wurden.

Bevor ich 1985, wie zuvor immer, nach Paris zu den French Open fahren wollte, fragte ich bei der DTZ an, ob ich etwas schreiben solle. Na klar, denn damals gab es kaum deutsche Schreiber selbst bei den Grand-Slam-Turnieren. Man ließ mich ohne Akkreditierung, als ich sagte, „ich komme von der Deutschen Tennis Zeitung", rein, und man gab mir im Pressebüro so etwas wie einen Bierdeckel mit 14 Markierungen, auf den sie meinen Namen geschrieben haben, und an dem am Eingang ein Markierung täglich abgeknipst wurde. Meine Pariser Tennisimpressionen hat zu meiner Freude damals gleich auch „Tennis de France", das französische Tennis Magazin gedruckt.








So wurde ich zum Quereinsteiger. Denn ich komme ursprünglich aus einer Apothekerfamilie, habe in Freiburg Pharmazie und Lebensmittelchemie studiert, in Chemie mit Nebenfach Pharmakologie promoviert und als wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent an der Universität gearbeitet. Um unabhängig zu sein, habe ich die Unilaufbahn aufgegeben, eine Apotheke in Villingen gegründet, diese aber wieder verkauft, um mit meinem Freund Norbert die internationale Presseagentur TAKEOFF-PRESS www.takeoff-press.de  zu betreiben.

Es war anfangs eine verrückte Zeit - nur mit Reiseschreibmaschine unterwegs, ohne Laptop, ohne Internet, ohne E-Mails, ohne Handy. Als plötzlich Jens Peter Hecht, damals bei DPA und später Pressechef beim DTB, mit einem Laptop aufkreuzte, wollte ich so ein „Ding" auch haben. Ich musste es aber bei einer Toshiba-Filiale in Stuttgart selbst holen, da man die ersten Geräte nirgendwo kaufen konnte.

Ohne die heutigen technischen Möglichkeiten würde ich nie und nimmer diesen Job gemacht haben, und ohne meinen Freund Norbert wäre es auch dazu nie gekommen. Etwa zu einem Interview mit dem todkranken Arthur Ashe beim Turnier in Miami/Key Biscayne, drei Tage bevor er starb. Oder mit Ion Tiriac in München beim Davis Cup, als wir im Auto zum Hotel eine Stunde im Verkehr stecken blieben, und ich Zeit hatte, über Tod und Teufel mit ihm zu sprechen.

Und wo ich überall schon für die DTZ gewesen bin, kann ich fast selbst nicht glauben: Monte Carlo, Shanghai, Johannesburg, Stockholm, Doha, Madrid, Barcelona, Wien, Sydney, Indian Wells, Kapstadt und natürlich in Melbourne, Paris, London und New York bei allen Grand-Slam-Turnieren - und da inzwischen mehr als hundert Mal. 

Die DTZ ist eine feste Größe am Markt. Herzlichen Glückwunsch - 70 Jahre Deutsche Tennis Zeitung ist einmalig und eine tolle Leistung.

                                   
Eberhard Pino Mueller

publiziert:  Juli 2017

                 DTZ-Deutsche Tennis Zeitung                   

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