Sabine Lisickis & Anna-Lena Grönefelds Tennis


Das gewisse Etwas


Anna hat's, Sabine auch. Das gewisse Etwas - das moderne Tennis und das Spiel der Zukunft.

Und warum? Weil sie die Bälle mit der Vorhand wie der Rückhand mit Wucht reinhämmern - und fertig. Sie halten nicht den Ball, warten nicht auf Fehler der andern, sondern sind auf den schnellen Punktgewinn aus.

Und wann immer möglich, greifen sie an - attackieren den zweiten Aufschlag, gehen vor ans Netz, spielen aggressiv im Mittelfeld und umlaufen die Rückhand, um mit Vorhandschüssen der Linie entlang oder cross zu punkten.

Sie vergessen auch nicht, die Gegnerinnen zu überraschen - auf dem falschen Fuß, mit einem Stop, einem Lob oder durch Rhythmuswechsel. Und sie donnern die Aufschläge mit Power rein.

Dann, ganz wichtig, sie haben Biss, sind super motiviert und total auf das Spiel fokussiert. Und was noch? Selbstvertrauen immer, Selbstzweifel nie.

Und jetzt noch das Allerschönste - sie können nach verschlagenen Bällen lachen und hängen Fehlern nicht lange nach.

Noch eins: Natürlich ist nicht alles perfekt. Gibt's nicht. Wo's noch hapert und wo sie noch dazu lernen können, ist, cool durchzuspielen und nicht zu überpowern.

Sie wissen das. Lisicki gegen Patty Schnyder bei der Fed Cup-Begegnung Schweiz gegen Deutschland war ein Paradebeispiel. Da spielt Sabine die Top-Ten-Spielerin aus der Schweiz an die Wand und gibt dann das Match doch noch aus der Hand. Sabines Fazit hinterher: „Es war ein sehr gutes Match, aber Patty hatte die Erfahrung, die mir noch gefehlt hat."           

                                         
Eberhard Pino Mueller

publiziert:  März 2009   -  DTZ -  Deutsche Tennis Zeitung

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